Kennt ihr das Gefühl, schlaflos zu sein?

Schon gestern Abend beim Einschlafen habe ich geahnt, dass die kommende Nacht nicht der Erholung dienen wird. Zuviel geisterte mir im Kopf herum, belastete mich, machte ich nervös und unzufrieden. Deifinieren aber konnte ich mein Gefühl nicht. Vor nicht einmal einer Stunde bin ich aufgewacht und wusste plötzlich glasklar, wo der Hase begraben liegt. Jetzt sitzte ich hier – es ist gerade mal 04:22 Uhr – bei einem Kaffee und schreibe meine Gedanken nieder. Vielleicht hätte ich das schon vorher machen sollen, vielleicht hätte ich es lieber nicht machen sollen.  Wir werden sehen.

Ich weiß, dass einige Kollegen es mit „Jammerposts“ tatsächlich bis an die Spitze der Kindle-Charts gebracht haben. Das wird mir nicht passieren. Warum nicht? Weil meine Leser es hassen, wenn ich jammere. Außerdem hab ich keinen Grund zu jammern 🙂
Ich habe Leser, die wollen, dass es mir gut geht. Die ein paar schöne Stunden mit meinen Geschichten haben, sich berieseln und einfach aus dem Alltag abtauchen möchten. Und ein Stück vom – zugegeben kleinen – Kuchen abhaben möchten, wenn sie ein Buch gelesen haben und beiseite packen, mit dem guten Gefühl, den Autor doch sogar irgendwie zu kennen, ihn auf seinem Weg begleitet zu haben und ein Teil seiner Welt zu sein. Und das ist auch gut so. Denn für nichts anderes bin ich als Autor mit meinen Geschichten zuständig.
Und doch will und kann ich nicht mehr auf so vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen, überall online sein, meine Arbeit verschenken, obendrauf noch Gewinnspiele machen, damit mein Buch gesehen wird, und dabei noch weitere Bücher schreiben, um damit den gleichen Weg zu gehen. HALT! Nein! Das ist kein Jammern. Das ist eine sachliche Abnahme der rosaroten Brille. Ein Danke an euch, die ihr mich schon so lange begleitet, und ein Statement an mich, dass ich etwas ändern möchte.

Ich habe ehrlich keine Ahnung, ob es jemals einen vierten, fünften oder sechsten Teil der Von Null auf Liebe Reihe geben wird. Ich weiß auch nicht, ob ich es schaffen werde, die Jahreszeiten Reihe schon im nächsten Jahr weiterzuführen. Ich habe keinen Plan, ob der Fantasyroman in meiner Schublade jemals fertig wird oder die drei Dystopien jemals beendet werden. Und schon gar nicht weiß ich, ob ich all meine Ideen jemals umgesetzt bekomme.  Ich weiß aber: ich will schreiben, um des Schreibens willen – nicht, weil ich mithalten muss. Etwas, das ich viel zu lange vergessen habe in diesem Hamsterrad.

Daher habe ich beschlossen, 2017 anders anzugehen als 2016.

Ich habe in diesem Jahr wirklich alles versucht und jeden Trend mitgemacht. Ich war in Leipzig, in München, in Berlin, in Frankfurt. Habe mich mit Lesern getroffen, Lesungen gemacht, Gewinnspiele veranstaltet und Unmengen von Geld in Werbung, Gewinnspiele und Geschenke für meine Leser gesteckt, war immer und überall online, erreichbar und präsent. Zudem habe ich einen Verlagsvertrag unterschrieben, zwei Romane veröffentlicht – einer davon hat sogar den editio Award für ein ausgezeichnetes Lektorat gewonnen -, den anderen habe ich mit einer lieben Kollegin zusammen geschrieben, mit viel Liebe und Spucke, wie man bei uns so schön sagt. Das Jahr war toll und hat unglaublichen Spaß gemacht. Und doch wird es so nicht weitergehen. Wie dann? Lasst euch überraschen. Ich tue es auch.

Das ist mein Vorsatz für 2017.

Und damit fange ich jetzt an.

Und ich freu mich drauf.